Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule
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12.03.2020

Gemeinsamkeit als Leitkultur: Franz Müntefering forderte mehr ehrenamtliches Engagement

Kürzlich hielt Franz Müntefering auf unsere Einladung im Kulturspeicher einen unterhaltsamen und humorvollen Vortrag. Dabei legte er insbesondere seinen Blick als ehrenamtlicher Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen auf den Wandel in unserer Gesellschaft.


Franz Müntefering bei seinem Vortrag im Kulturspeicher.

Franz Müntefering bei seinem Vortrag im Kulturspeicher.

Franz Müntefering bei seinem Vortrag im Kulturspeicher.

Franz Müntefering bei seinem Vortrag im Kulturspeicher.

Franz Müntefering bei seinem Vortrag im Kulturspeicher.

Franz Müntefering bei seinem Vortrag im Kulturspeicher.

Franz Müntefering bei seinem Vortrag im Kulturspeicher.

Franz Müntefering bei seinem Vortrag im Kulturspeicher.

Als ein zentrales Problem hob er das Alleinsein hervor. In Großstädten wie Berlin oder Düsseldorf gäbe es einen Anteil von rund 50 Prozent an Einpersonenhaushalten. „Man muss Situationen schaffen, wo man andere trifft“, forderte Müntefering. Denn die wichtigste Leitkultur sei ihm, miteinander zu essen, zu trinken, zu reden und zu lernen. Dabei hob er auch die Bedeutung der Volkshochschulen als Lern- und Geselligkeitsort hervor. Deshalb sei für Senioren Mobilität besonders wichtig. Dazu benötige es einen funktionierenden Nahverkehr in den Kommunen. Außerdem sollten die Kommunen alle Einpersonenhaushalte mit Sozialarbeit ansprechen, eine spezialisierte Palliativversorgung anbieten und sich auf dem Gebiet Demenz engagieren.

Eine Flüchtlingskrise habe er übrigens schon als Kind mitbekommen. Damals seien nach dem Krieg evangelische Flüchtlinge aus den Ostgebieten in das katholisch geprägte Sauerland gekommen. Da wurde dann extra eine Schule für 50 Kinder gegründet, weil man dachte, dass katholische und evangelische Kinder nicht in unter einem Dach unterrichtet werden könnten. Dennoch habe er damals gelernt, dass alle Menschen gleich seien. Die heutige Lage mit Blick auf Flüchtlinge und Syrien sehe er nur als eine Vorentwicklung. Das klinge zwar wenig optimistisch. „Aber Aufklärung, sagen was ist – das ist der beste Verbündete der Demokratie“, erklärte er.

Schließlich betonte Müntefering die Bedeutung des Ehrenamtes. Früher sei es eine Ehre gewesen, sich im Kreistag, in Vereinen oder der Feuerwehr ehrenamtlich zu engagieren. Heute müsse man um jeden betteln. „Wer sich im Ehrenamt anstrengt, ist besser als die, die nur rummeckern – egal wie alt“, stellte er fest. Es sei wichtig, dass sich Leute politisch einmischen – egal in welcher demokratischen Partei. „Es ist nicht alles in Butter, aber wir können etwas Gutes daraus machen“, schloss Müntefering seinen Vortrag ab. Dann stellte er sich noch den Fragen der Anwesenden, bevor er aufbrach, um seinen Zug zurück in Richtung Ruhrgebiet zu erwischen.


Über Franz Müntefering:
Der aus dem Sauerland stammende Franz Müntefering war über 30 Jahre lang Abgeordneter des Deutschen Bundestages. Zusätzlich war er Bundesverkehrsminister, Arbeitsminister und Vizekanzler. Außerdem war er Bundesvorsitzender der SPD. Derzeit engagiert er sich ehrenamtlich unter anderem als Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes, als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft sowie als Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen.

Kurzer Film im VHS-Video-Blog über die Veranstaltung:
https://youtu.be/1beMBEGt3x8


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