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Jazz: Rodrigo Amado Quartet

( ab Do., 9.3., 20.00 Uhr, Kulturspeicher, Wilhelminengang )

Rodrigo Amado – Tenorsaxofon
Joe McPhee – Pocket-Trompete & Altsaxofon
Kent Kessler – Kontrabass
Chris Corsano – Schlagzeug

Portugal ist auf der internationalen Landkarte des Jazz nicht gerade eines seiner Zentren. Aber eben auch keine jazzferne Zone, in der nur der Fado regiert. Mit dem Tenorsaxofonisten Rodrigo Amado kommt ein Musiker nach Leer, der in seiner portugiesischen Heimat nicht nur zu den wichtigsten Vertretern seines Genres zählt, sondern 2001 mit seinen Brüdern eines der weltweit wichtigsten Labels für freien Jazz gründete: clean feed. Etliche Bands, die bei diesem Label veröffentlichen konnten, waren im Lauf der Jahre auch in Leer zu Gast.

Das Quartett, das Amado, der sich ebenfalls als Fotograf einen Namen gemacht hat, in Leer präsentieren wird, ist für ihn die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches. Um sich herum hat er drei namhafte Musiker des freien US-Jazz versammelt. An erster Stelle zu nennen: Joe McPhee. Geboren 1939 in Miami, beginnt dessen Karriere in den 1960er-Jahren. Es sind die großen Jahre des Free Jazz und Joe McPhee ist einer ihrer Protagonisten. Seitdem hat er in der Jazzhistorie tiefe Spuren hinterlassen. Auf weit über 100 Tonträgern findet sich sein Name und noch immer ist der inzwischen 77-Jährige agil wie eh und je. So steht er regelmäßig mit dem skandinavischen Powertrio The Thing auf der Bühne oder tourt mit seinem langjährigen Trio X, mit dem er 2011 auch in Leer aufgetreten ist. Ein großes Foto im Jubiläumskalender 2017 erinnert an diesen wundervollen Abend.

Von Joe McPhee ist es nicht weit zum Bassisten Kent Kessler. Beide kennen sich u.a. durch gemeinsame Projekte mit Ken Vandermark. Kessler selbst war Mitglied bei den Vandermark 5 und mit dieser inzwischen aufgelösten Traumband auch zweimal in Leer.

Schließlich der Schlagzeuger Chris Corsano: Auch er ist in den Netzwerken der internationalen Improvisationsmusik gut verortet; auch er kennt deshalb Joe McPhee nicht erst, seit Amado ihn für sein Quartett gewinnen konnte. Getrommelt hat der vielseitige Perkussionist aber mit vielen mehr, darunter Nels Cline, Paul Dunmall, Evan Parker, Nate Wooley, Jim O’Rourke und die isländische Avantgardepopkünstlerin Björk.

»This Is Our Language« heißt das bislang einzige Album des Quartetts, erschienen 2015. Schon der Titel ist Anspielung genug: »This Is Our Music« und »In All Languages« heißen zwei große Alben von Ornette Coleman.

»A crack team of improvisers«
Peter Cough, Musikkritiker

Jazz: Daniel Erdmann’s Velvet Revolution

( ab Do., 30.3., 20.00 Uhr, Kulturspeicher, Wilhelminengang )

Daniel Erdmann – Tenorsaxofon
Théo Ceccaldi – Violine & Viola
Jim Hart – Vibrafon

Der Tenorsaxofonist Daniel Erdmann ist kein Unbekannter mehr in Leer. Bisher drei Mal war der 1973 in Wolfsburg geborene Musiker und Komponist in der Konzertreihe zu erleben, und das in jeweils sehr unterschiedlichen musikalischen Anzügen: 2002 mit seinem energetischen Jazzquartett Erdmann 3000, 2008 mit dem Trio Das Kapital, das Neubearbeitungen von Liedern des Komponisten Hanns Eisler präsentierte, schließlich 2012 mit dem fast schon rockenden Erdmann/Rohrer Quartet.

Mittlerweile gehört der Wahlberliner und Wahlfranzose, den instrumentale Akrobatik nicht sonderlich interessiert, zu den auffälligsten Tenorsaxofonisten in Europa. Velvet Revolution heißt sein jüngstes Projekt. Und wieder ist der Anzug ein anderer. Mit dem französischen Bratschisten und Violinisten Théo Ceccaldi und dem britischen Vibrafonisten Jim Hart hat er ein instrumentales Line-up geformt, das im Jazz so gut wie nicht vorkommt.

Welche klanglichen Möglichkeiten bietet eine derart ungewöhnliche Kleinbesetzung? Der erste Gedanke, der dazu noch vor dem ersten gehörten Ton, aber mit Blick auf den reizvollen Bandnamen, in den Sinn kommt, ist: Es geht um Musik, die weich und luftig sein will, gleichermaßen nachdrücklich und erdig.

»A Short Moment Of Zero G«, die erste, im Herbst 2016 erschienene CD des Trios, gibt Auskünfte: Kein Ton in dieser ungewöhnlichen Musik ist beiläufig. Die Zeitschrift Stereoplay packt sie, was nicht verkehrt ist, in die Kategorie »Chamber Jazz«: »Erdmanns Saxofon wird Stimme, mal gehaucht, plaudernd, ornamentierend, mal präsent, volltönend, voluminös. Ceccaldi Geige und Bratsche changieren von der Drehleier über die Musik des Balkans bis hin zum Swing, zur Kammermusik. Und Harts Vibraphon rundet schwebend perkussiv die Triowirkung ab. Das ist feine Erzählkunst mit viel Assoziationsfreiheit für die Hörer.« Für Beate Sampson etwa, Musikjournalistin beim Bayerischen Rundfunk, ist manchmal auch der Blues oder ein imaginierter Folksong herauszuhören. In den Andeutungen und Grundstimmungen dieser »traumverloren schönen« Kammermusik sei alles »dicht gewebt« und jede Stimme in ihr »wie ein Gitzerfaden«.

Assoziativ wie Musik, Bandname und Albumtitel sind auch die Titel der einzelnen Kompositonen Erdmanns. Eine nennt er »Swing für Europa«.

»Dicht gewebt ist diese klangfarbensatte Kammermusik, und jede Stimme in ihr ist wie ein Glitzerfaden.«
Beate Sampson, Musikjournalistin

»Das ist feine Erzählkunst mit viel Assoziationsfreiheit für die Hörer.«
Stereoplay

Jazz: Schnellertollermeier

( ab Fr., 12.5., 20.00 Uhr, Kulturspeicher, Wilhelminengang )

Andi Schnellmann – E-Bass
Manuel Troller – E-Gitarre
David Meier – Schlagzeug

Ist das noch Jazz? Wer das Schweizer Trio Schnellertollermeier einmal live erlebt hat (etwa 2016 beim Festival in Moers) oder dessen großartiges Studioalbum »X« aus dem Jahr 2015 kennt, wird vermutlich nach ganz anderen Referenzen suchen: New Postrock, Rockjazz des 21. Jahrhunderts? Schubladen sind bekanntlich schnell gefunden und dann doch meistens viel zu klein.

Richtig ist sicherlich eins: Traditionelle Jazzerfahrungen werden von den Schweizern radikal über den Haufen geworfen. Die Auftritte des Trios sind Erlebnisse aus Power und Dynamik, Repetivität und Meditation, Beschleunigung und Auflösung, gespeist aus brachialem Rock, Hardcore-Jazz, Minimal Music, Punk, Noise und mehr. Bei Schnellertollermeier verschmelzen nicht nur die Namen die Musiker, auch musikalisch klingt die Band wie ein einziger kompakter Organismus.

Tatsächlich ist das immer noch junge Trio schon über ein Jahrzehnt zusammen. 2015 gelingt den Musikern mit ihrem Album »X« so etwas wie ein Durchbruch. Selbst in den USA ist man begeistert. Im renommierten Wall Street Journal rangiert »X« unter den 12 besten Alben des Jahres 2015 und damit in einer Linie mit Björk oder dem neuen Hip-Hop-Star Kendrick Lamar.

Allein das 20-minütige Titelstück ist ein komplexes musikalisches Monster: Dissonanz und Harmonie, Melodien, die zu Bruch gehen, dynamische Steigerungen und polyrhythmische Aggressivität – vieles passiert im selben Moment und die Ohren müssen sich anstrengen, nichts zu verpassen. Hat man eben noch an eine moderne Version von King Crimson gedacht, drängt sich als nächste Referenz vielleicht Sonic Youth oder jemand anders ins Ohr, aber im Grunde ist das Stück ein selbstbewusstes Manifest, das solche Anknüpfungen überhaupt nicht braucht, zumal sie schnell verflogen sind.

Zur Frage, ob das denn noch Jazz sei, meint Bassist Andi Schnellmann: »Für mich ist Jazz weniger eine bestimmte Stilistik als vielmehr eine Einstellung, wie wir das Material angehen. Es geht um die Freiheit, auszuprobieren und auch Ungewohntes zu platzieren.« Das bedeute, immer wieder auch den herkömmlichen Gebrauch der Instrumente aufzulösen. »Wichtig sind uns der Sound und die Energie der Band als Ganzes.«

»Irgendwo zwischen freier Improvisation, Hardcore-Jazz, Punk & Funk und brachialer Rockmusik spielt dieses Schweizer Trio den Jazz von übermorgen.«
Jazzpodium

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