Tori Freestone Trio

Konzert #216
Samstag, 10. März 2018, 20.00 Uhr

Tori Freestone – Tenorsaxofon
Dave Manington – Kontrabass
Tim Giles – Schlagzeug

Jazz aus Großbritannien ist in der Reihe »Jazz live im Speicher« deutlich unterrepräsentiert. Viele Musikerinnen und Musiker aus den Improvisationsszenen jenseits des Kanals sind hierzulande kaum oder gar nicht bekannt. Dabei bietet die Insel weit mehr als Britpop und Folk. Hand aufs Herz, auch wenn sie schon in Deutschland aufgetreten ist: Wer kennt Tori Freestone? Zeit also, um für ein wenig Abhilfe zu sorgen.

Victoria (Tori) Freestone hatte mit sieben ihre ersten öffentlichen Auftritte in Folkclubs. Mit siebzehn wurde sie in das National Youth Jazz Orchestra aufgenommen und studierte dann Querflöte und Saxofon. Das Tenorsaxofon wurde Tori Freestones Hauptinstrument. Sie greift allerdings auch weiter zur Querflöte und gelegentlich auch zur Geige. Heute gehört die Musikerin als Bandleaderin, Co-Leaderin oder Sidewoman zur ersten Jazzriege Großbritanniens. In den Besetzungslisten vieler - hierzulande ebenfalls kaum bekannter - UK-Bands findet sich ihr Name, darunter das Ivo Neame Quintet, das Andre Canniere Sextet, das Asaf Sirkis Quartet und das Creative Jazz Orchestra.

Drei Projekte liegen der Musikerin im Moment ganz besonders am Herzen: das Tori Freestone/Alcyona Mick Duo, die Band Solstice und das in Leer gastierende Tori Freestone Trio. Gerade mit dem Trio bekommt sie in Großbritannien viel Aufmerksamkeit. Im Zusammenspiel mit dem Kontrabassisten Dave Manington und Schlagzeuger Tim Giles erkundet sie in Eigen- und Fremdkompositionen die weiten Möglichkeiten des Tenorsaxofons speziell in diesem Bandformat. Tori Freestones Ton ist mal robust, mal melodisch. Geschult an Wayne Shorter und anderen Heroen des Tenorsaxofons, hat sie im Trio ihren eigenen musikalischen Ausdruck gefunden. »I love the trio format and I'd already been playing with Dave and Tim for years in many different ensembles ... The sparser format allows a more open quality and it's possible to push our own boundaries«, sagte sie 2014 in einem Interview.

Bis dato hat das Tori Freestone Trio zwei Alben eingespielt: 2014 erschien »In The Chop House«, das u.a. eine Bearbeitung von Joni Mitchells »Both Sides Now« enthält. Die Platten der Kanadierin waren Freestones große Inspirationsquelle in ihrer Jugendzeit.

2016 folgte »El Barranco«, auf dem die Musikerin sich in einem Stück, einem traditionellen Folksong, auch als Sängerin präsentiert.

»Tori Freestone has a warm and open tone, her playing is melodic and innovative, exploring the full range of the saxophone.«
All About Jazz

»Freestone has clearly listened widely, but her musicality and broad experiences have stirred all that input into an imposingly original sound.«
The Guardian