Basement Research

Konzert #217
Donnerstag, 19. April 2018, 20.00 Uhr

Gebhard Ullmann – Tenorsaxofon, Bassklarinette
Julian Argüelles – Baritonsaxofon
Steve Swell – Posaune
Pascal Niggenkemper – Kontrabass
Gerald Cleaver – Schlagzeug

Beide arbeiten transatlantisch, pendeln zwischen Europa und den USA, sind einflussreiche Komponisten und spielen zum Teil auch noch die gleichen Instrumente. Ob Gebhard Ullmann damit das deutsche Äquivalent zu Ken Vandermark aus Chicago ist, wie ein Kritiker anlässlich der Rezension des Albums »Hat And Shoes« von Ullmanns Quintett Basement Research schrieb, sei trotzdem dahingestellt. Vergleichbar sind sie allerdings in einem anderen Punkt: Unruhe als Arbeitsprinzip.

»Gerade das Suchen nach einer eigenen Aussage ist etwas, was mich nach wie vor antreibt«, erklärte Gebhard Ullmann vor einigen Jahren. Inzwischen 60 Jahre alt, ist er weiterhin schwer zu fassen, vielseitig, nirgends fest einzuordnen. Stillstand, sich zufrieden geben mit dem Erreichten, kann es für ihn nicht geben, denn Stillstand ist für ihn das genaue Gegenteil von Jazz.

Gebhard Ullmann spielt Bassklarinette (»Liebe auf den ersten Blick«), Tenorsaxofon, Sopransaxofon und Bassflöte. Er komponiert für kleine und große Ensembles Musik zwischen Wohlklang und Abstraktion. Mit seiner Working Band Basement Research bewegt er sich genau dazwischen. Den Anstoß zu ihrer Gründung gab Anfang der 1990er-Jahre kein Geringerer als Paul Bley. Seitdem ist sie war immer wieder umbesetzt worden, es gab Pausen und Reaktivierungen. Zu einem endgültigen Aus kam es jedoch nie. Und so feiert die Band in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen mit einer ausgiebigen Frühjahrstournee.

Im Oktober 2009 waren Basement Research schon einmal in Leer zu erleben. Das Konzert wurde seinerzeit von Radio Bremen mitgeschnitten. Achteinhalb Jahre danach kommt ein Ensemble zurück, das mit auffallend tief tönender »Frontlinie«, bestehend aus Bassklarinette bzw. Tenorsaxofon, Baritonsaxofon und Posaune, erneut ein berauschendes Spiel zwischen Wildheit und Kontrolle verspricht, modernen Jazz zwischen virtuosen Soli und vielschichtigem Gruppenklang.

»Routine ist in der kreativen und improvisierten Musik schnell Erstarrung. Ich versuche jedesmal, auf der Bühne etwas Neues zu finden. Das kann nur gelingen, wenn ich ausgetretene Pfade verlasse und meine Mitmusiker, das Publikum, aber auch mich selbst, überrasche. Wenn etwas zur Routine zu werden droht, beende ich es.«
Gebhard Ullmann