20 Jahre Integrationskurse an der VHS Leer
Die Volkshochschule Leer feierte ein besonderes Jubiläum: Seit 20 Jahren bietet sie Integrationskurse an und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Integrationsarbeit und zum gesellschaftlichen Miteinander im Landkreis Leer. Rund 200 Gäste, darunter Dozentinnen, Teilnehmende aus den Integrationskursen, Mitarbeitende der VHS sowie Vertreter des BAMF, des Landkreises und der Stadt Leer, kamen zu diesem Anlass zusammen.
Integrationskurse als Fundament für Teilhabe
Die Kurse starteten 2005 auf Grundlage des neuen Zuwanderungsgesetzes. Heute ist die VHS Leer der größte Anbieter im Landkreis. Ziel der Kurse ist es, Sprachkenntnisse zu vermitteln, alltagspraktische Fähigkeiten zu fördern und das Verständnis für das Leben in Deutschland zu stärken. Das Angebot wurde stetig erweitert: Es umfasst inzwischen auch Berufssprachkurse, Alphabetisierungskurse, Kurse für gering Literalisierte sowie spezielle Angebote für Jugendliche und Frauen. In den vergangenen Jahren stieg die Nachfrage der Kurse stark an, insbesondere durch die Flüchtlingsbewegung ab 2015 und den Krieg in der Ukraine. Derzeit geht sie wieder zurück, da weniger Menschen einreisen können und die finanzielle Unterstützung des Bundes sinkt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Übergang in Ausbildung und Beruf. „Viele der Teilnehmenden brauchen Zwischenschritte“, so Fachbereichsleiterin Ursula Behrends. „Darum bieten wir ergänzende Programme an, zum Beispiel die Weiterbildung zur sozialpädagogischen Hilfskraft. Diese bereitet auf die Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistenz vor“, ergänzt sie.
Rückblick, Stimmen und Ausblick auf die Zukunft
Im Innenhof der Haneburg zeigten die Teilnehmenden der Integrationskurse mit Gesang, Sketch und persönlichen Beiträgen, wie vielfältig Integration an der VHS Leer gestaltet wird. Michael Kläsener, Dezernent des Landkreises Leer, würdigte in seinem Grußwort die langjährige Rolle der Volkshochschule in der Integrationsarbeit für den Landkreis Leer. Christoph Lammers vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sprach direkt zu den Teilnehmenden: „Sprechen Sie über Ihre Erfolge, gerade mit Menschen, die es nicht hören wollen. Zeigen Sie, was Sie erreicht haben. Dieses System lebt von Ihren Erfolgen.“ Die Jubiläumsveranstaltung machte deutlich, wie viel durch Bildung, Engagement und gegenseitige Wertschätzung erreicht werden kann und dass Integration auch in Zukunft ein gemeinschaftlicher Auftrag bleibt.
„Die Finanzierung der Integrationskurse ist bis Ende 2025 gesichert. Unsicher bleibt hingegen die Zukunft der Berufssprachkurse, die derzeit nur im Rahmen eines Übergangsprogramms fortgeführt werden“, so Sabine Kasimir, VHS-Leitung. Zugleich steigen die Anforderungen an die Lehrkräfte deutlich: Sie müssen über besondere Qualifikationen verfügen, offiziell zugelassen sein und umfangreiche Nachweise erbringen. Weitere Herausforderungen ergeben sich durch die enge Anbindung an die jeweils aktuelle Integrationspolitik, durch häufig wechselnde Rahmenbedingungen und den sich stetig verändernden Unterstützungsbedarf der Teilnehmenden.






Im Innenhof der Haneburg haben die Teilnehmenden aus den Integrationskursen verschiedene Programmpunkte aufgeführt.
